Hassliebe - 3. Semester Oecotrophologie

Wie ihr bereits wisst studiere ich mittlerweile im 3. Semester Oecotrophologie - mein absolutes Wunschstudium - auch wenn ich in den ersten beiden Semesters so meine Zweifel daran hatte. Wieso Zweifel? 
Naja, die ersten beiden Semester sind, wie vermutlich in den meisten Studiengängen, wenig konkret und noch recht allgemein um einen Einstieg in die Materie zu bekommen. 
Als frischer Student kann das allerdings schonmal ganz schön ernüchternd sein. Ich bin mit 200% Motivation in dieses Studium eingestiegen, hatte einen riesigen Wissenshunger und wollte unbedingt wissen was z.B. an den 100.000 Ernährungsmythen die überall kursieren wirklich dran ist oder ob man mit der richtigen Ernährung tatsächlich "heilen" kann. All solche Fragen hatte ich in meinem Kopf und wollte so schnell wie möglich Antworten finden. Was ich dabei aber gekonnt verdrängt hatte war, dass man, um solche Fragen beantworten zu können, erstmal viiiele Grundlagen braucht. Und genau diese mussten wir uns in den ersten beiden Semestern aneignen. Welche Grundlagen das waren? Natürlich eine Wiederholung der Dinge von denen ich nach dem Abi so froh war sie hinter mir zu haben :-D

Ja und darunter fielen selbstverständlich meine Lieblingsfächer: Chemie, Physik, Mathe, Sozialwissenschaften etc. Also ein wahres Träumchen. Ich hatte dementsprechend auch des öfteren Nächte an denen ich, fertig mit den Nerven, im Bett lag und mir dachte "will ich das überhaupt?" Aber mir ist auch immer schnell danach klar geworden, dass ich so glücklich sein kann überhaupt studieren zu können, ohne danach in einem Schuldenloch zu sitzen, wie es ja in manch anderen Ländern der Fall ist. Also habe ich beschlossen meine Po-Backen zusammen zu kneifen und das so gut wie möglich durch zu ziehen (meine beste Hilfe dabei waren ein erhöhter Schokoladen-Konsum und viel Musik zum Ausgleich).

Jetzt bin ich im 3. Semester und es handelt sich hierbei wirklich um eine Hassliebe. Auf der einen Seite bin ich momentan total verliebt in mein Studium. Wir lernen so vieles und es gibt, außer vllt. ein Modul, kein Modul wo ich nicht hingehen möchte oder wo mir die Motivation fehlt. Ich merke, dass ich immer mehr verstehe, besonders verstehe ich jetzt auch warum 2 Semester für die Grundlagen nötig waren. Ich habe immer mehr "aha-Momente", weil ich Verknüpfungen zu den vorherigen Semestern herstellen kann. Allerdings liegt der Hass in der Hassliebe eher bei dem Zahlwort "viel". Denn es gibt dieses Semester so viel interessanten Stoff der innerhalb von 4 Monaten in meinen Kopf muss damit ich die Klausuren gut bestehe (ja bei uns sind die Noten nicht ganz unrelevant, wenn man sich nach dem Bachelor noch für den Master bewerben will, was bei mir unbedingt der Fall ist) und das ist verdammt wenig Zeit für verdammt viel Stoff.
Genau das alles ist auch der Grund wieso es mir momentan so schwer fällt Uni und den Blog unter einen Hut zu bekommen. Als Student ist meiner Meinung nach die größten Herausforderung, dass man seinen Arbeitstag selber planen muss. Das heißt ich muss mir selber einen halbwegs geregelten Tagesablauf verordnen. Momentan versuche ich zwischen 8 und 9 Uhr Morgens, je nachdem wie meine Vorlesungen stattfinden, mit dem Lernen anzufangen und um 6 Uhr Feierabend zu machen. Außerdem wollte ich versuchen von nun an meine Wochenenden Uni-frei zu gestalten. Das heißt ich nehme mir dort Zeit für mich, meine Freunde, Familie und auch meinen Blog, und das ganz bewusst. Allerdings klingt das alles immer einfacher als gesagt, denn oft schleicht sich das schlechte Gewissen ein und am Ende hänge ich wieder über'm Schreibtisch und lerne.
Dieses Wochenende muss ich aber sagen, dass mir das Uni-freie Wochenende mehr als gut getan hat. Ich merke, dass ich wirklich Kraft sammeln kann und dann viel motivierter und auch produktiver in die Woche starte.

Ich hoffe dass ich also Verständnis dafür habt und es mir nicht übel nehmt, wenn ihr mal länger nichts von mir hört. Ich hoffe dass sich Uni und Blog sehr bald gut einpendeln und ich euch mehr Inhalte zeigen kann :-) 
Auf einen schönen restlichen Sonntag! 

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Kommentare: 2
  • #1

    Klaus peters (Montag, 04 Dezember 2017 16:15)

    Guter Text :D

  • #2

    Leo Ralph (Sonntag, 10 Dezember 2017 07:51)

    Hallo meine Liebe, das ist eine schonungslose Selbstanalyse. Sie macht Dich sympathisch und stellt den Studienalltag realistisch dar. Weiter so, Du bist auf dem richtigen Weg!